Unsere Reise geht weiter. Auf der Ruta 3 nordwärts von Ushuaja nach Punta Arenas in Chile. Eine 10-stündige Busfahrt mit Grenzübergang.
Wir fahren durch Feuerland. Wie es scheint, brennt der Wald hier immer noch ab und zu. Die Bäume ragen wie Skelette aus der hügeligen Wiesen- und Buschlandschaft.
Nach und nach wird es flacher und das Land wird zu einer riesigen Steppe. Das Gras ist bereits gelb, es ist Sommerende hier.
Die ersten wilden Guanacos – die wilden Verwandten der Lamas – beobachten neugierig unser Bus, andere springen sicherheitshalber davon.
Der Grenzübergang in San Sebastián – hinaus aus Argentinien – ist recht einfach. Alle steigen aus dem Bus und nur der Pass wird kontrolliert.
Nach gefühlten 5 km weiterer Busfahrt, durch Niemandsland erreichen wir den chilenischen Zoll. Es dürfen keine Früchte, kein Gemüse, Fleisch und Eier importiert werden. Also werden unsere Bananen noch schnell verdrückt.
Endlich gibt es einen Stempel in den Reisepass. 😉 Dazu ein Einreisedokument welches für die Ausreise sicher aufbewahrt werden muss. Das Gepäck wird alles gescannt, der leere Bus kurz durchsucht und schon kann die Fahrt weiter gehen.
Pünktlich nach 10 Stunden Fahrt erreichen wir Punta Arenas. Hier bleiben wir für zwei Nächte in einem einfachen, authentischen Hostel.
Am nächsten Tag ist ein Tagesausflug geplant!
Das Naturreservat Pingüino Rey am Bahia Inútil.
Kurzerhand mieten wir ein Auto und fahren eigenständig dorthin. Ein langer Weg, vieles die gleiche Strecke wie Tags zuvor.
Auf einer Fähre überqueren wir die Magellan-Wasserstrasse. Die zweite Verbindung für die Schifffahrt in Südamerika vom Atlantik zum Pazifik.



Endlich angekommen.
In das Reservat werden jeweils nur ein bis zwei kleine Besuchergruppen von max. 15 Personen zugelassen, und nur für eine Dauer von einer Stunde.
Hier lebt eine Kolonie von etwa 150 Königspinguinen. Sie werden dort geschützt und beobachtet, aber es wird nie in ihr natürliches Leben und Verhalten eingegriffen.

Wir hatten Glück, die Gruppe der schnatternden, quiekenden und schreienden königlichen Frackträger ist sehr nahe. Aus etwa 30 m Entfernung konnten wir diese faszinierenden Tiere beobachten. Nur ein Bach und die Uferböschung trennt uns von ihnen.



Es sind Jungtiere jeglichen Alters dabei. Die ganz Kleinen noch grau im Pelz und in der Bauchfalte von Papa oder Mama, die etwas älteren im braunen Pelz, noch ältere im Wechsel vom dunkelbraunen Pelz zum Gefieder.


Unsere Tourführerin erklärt uns, dass diese Tiere im Federwechsel bereits ein Jahr alt sind. Die etwas älteren Jugendlichen haben noch praktisch keinen goldenen Kragen. Je älter sie werden, je goldiger wird ihr Hals.
Während ein Elternteil auf das Junge aufpasst, geht der andere Elternteil auf Fischjagd ins nahe Meer. Weiter hinten kommt sogleich eine Gruppe von Pinguinen aufs Land und macht sich auf den Weg zu ihrer Familie. Diese Gruppe bleibt während dem ganzen Jagdausflug beisammen. Jeder wartet auf jeden. Gemeinsam watscheln sie zu der Gruppe nahe bei uns.


Pinguine haben eine spezielle Drüse oberhalb der Augen. Wenn Sie Nahrung aufnehmen oder das Meerwasser trinken, können sie dank dieser Drüse ihren Blutkreislauf entsalzen.. Das überschüssige Salz niesen sie wieder aus.
Wie spannend! Unsere Tourführerin weiss soviel zu erzählen und ist so begeistert wie die Pinguine von der Jagd zurückkehren, sodass wir schlussendlich für 1 1/2 Stunden im Reservat verbrachten.
Auf dem Rückweg bestaunten wir noch das Schiffswrack „Amadeo“. Es war das erste in Punta Arenas registrierte Dampfschiff (Baujahr 1884) und wurde 1932 absichtlich auf Strand gesetzt. Seit da rostet es und zerfällt.

Unterwegs finden wir noch ein hübsches kleines Teehaus. Auch mit sehr feinen Kuchen. 😉


Die Reise geht weiter, bleib dran, schau wieder vorbei in den draumur.blog.
See you!
Danke vielmals für den Bericht und die schönen Fotos. Interessant ist auch die kurze Geschichte der Amadeo – dank dem geschichtlichen Hintergrund ist die Amadeo mehr als nur Schrott am Strand. Cool.