Puerto Sánchez
Im kleinen und verschlafenen Dorf Puerto Sánchez am Lago General Carrera haben wir eine Bootstour zu den Marmorhöhlen gebucht. Die gigantischen Marmorgebilde am Ufer des tiefsten südamerikanischen Sees sind ein spektakuläres Naturphänomen, das über Jahrtausende von Wasser und Wind geformt wurde.
Die meisten Touren sind von der anderen Seite des Sees, von Puerto Río Tranquilo her. Da Puerto Sánchez viel kleiner ist, haben wir hier fast eine private Tour. Wir vier, weitere drei Personen und der Bootsführer.

Was haben wir für ein Glück, auch das Wetter spielt mit, es ist wunderschön und gar nicht so kalt.
Zuerst fahren wir zum Schiffswrack. Ein Zeitzeuge aus der historischen Bergbaugeschichte von Chile. Zwischen 1931 und 1997 wurden in den Bergminen rund um Puerto Sánchez Blei und Zink abgebaut. Dieses Wrack ist eines der damaligen Transportschiffe.



(Klick aufs Bild um es zu vergrössern)
Mehr über die Minen und über das kleine Minen-Museum (was leider geschlossen war) in Puerto Sánchez unter diesen Links:
https://ciep.cl/inicio/wp-content/uploads/2025/06/libro-digital-con-tapas.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=V_AA6Wv62pU




Der Wellenschlag des Wassers – die natürliche Erosion – hat im Laufe der letzten 6200 Jahren Höhlen, Säulen und Tunnel in den Marmorrücken, der den See durchquert, gemeisselt und ausgewaschen. Dabei sind wunderschöne Muster entstanden und die Einschlüsse der Mineralien zum Vorschein gekommen.





Das türkisblau schimmernde und glasklare Wasser des Sees reflektiert das Licht und zaubert faszinierende und magische Effekte auf den graublauen Marmor.



Wir fahren sogar mit dem Schiff in eine dieser Höhlen, liebevoll die Marmor-Kathedrale genannt.




Weiter finden wir auch die Marmor-Kapelle mit dem Altar, welcher in den Sommermonaten trocken liegt.


Wie lange dauert es wohl noch, bis die Kapelle und die Höhlen durch die weiter voranschreitende Erosion in sich zusammenbrechen?
Wie schön, konnten wir dieses Naturwunder noch so erleben und sehen.
Im 80 Seelendorf Puerto Sánchez wohnen wir für drei Tage in einem netten Cabin. Für ein Nachtessen haben wir vorgesorgt, was aber heute? Den einen Laden hier gibt es nicht mehr. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist in Puerto Murta, eine Stunde Autofahrt entfernt. An ein Restaurant ist hier gar nicht zu denken.
Ausser “la Señora Julia”. Ein Tipp von einem netten Paar, welches gerade ihr Haus verlassen hat. Also melden wir uns bei Señora Julia auf heute Abend an.
In ihren privaten Haus an einem kleinen Tisch serviert sie uns selbst gebackene noch warme Brötchen, eine Quinoasuppe mit Ei, ein Fleischragout mit Kartoffelstampf und Karotten, sowie zum Dessert eingemachte Erdbeeren mit einer Art Crème fraîche.
Chilenische Küche, echter und authentischer könnte es nicht sein.
Dieses ganze Menü für 12’000 chilenische Pesos pro Person, was umgerechnet etwa 10 CHF sind.
La Señora Julia hätte so gerne ein eigenes Restaurant. Doch die administrativen Hürden und Kosten seien ihr leider zu gross.
Wir hoffen sehr, dass sie eines Tages ihren Traum erfüllen kann!
Danke Señora Julia, es war phantastisch und wir werden dieses einmalige Erlebnis nie vergessen.


Die Reise geht weiter, bleib dran, schau wieder vorbei in den draumur.blog.
See you!
Wunderschöne Marmorhöhlen, Farben, Lichtspiele. Vom Feinsten. Danke für diesen tollen Artikel.